Im römischen Pantheon, dem mythischen Wohnsitz der Götter, traute Vater Jupiter seinen Augen nicht. Viel war ihm in seinem Leben schon unterkommen, alle Arten von Techtelmechtel hatte er schon miterlebt und er selbst war auch kein Kind von Traurigkeit. In Tiergestalt hatte er die Damen umgarnt und manches Erdenkind durfte sich ohne zu lügen Frucht seiner Lenden nennen. Aber was er hier mit ansah, ging definitiv zu weit. VENUS und MARS, zwei Gottheiten, die unterschiedlicher nicht sein konnten, waren vor seinen Augen eine Liebesbeziehung eingegangen. Sie, die Schaumgeborene, hatte sich den meist gehassten Mann des Pantheon erwählt. Niemand, selbst sein Vater Jupiter, konnte jenem schwer zu bändigenden Kriegstreiber etwas abgewinnen. Ausgerechnet Mars, dem die schönen Künste ein Gräuel und das Geräusch von Schlachtengetümmel Musik in den Ohren war!


So sehr sich der Göttervater sträubte, die Göttin der Liebe hatte sich entschieden und bald sollte das Produkt dieser verhängnisvollen Affäre Sterbliche und Unsterbliche gleichermaßen in Verwirrung stürzen. Denn aus der Beziehung von VENUS und MARS wurde Eros geboren, der Gott des Begehrens, dessen Liebespfeile ihr Ziel nie verfehlen würden. Gegensätze ziehen sich also nicht nur an, lehrt uns die Mythologie des antiken Rom, vielmehr kann ihr Zusammenwirken zu atemberaubenden Ergebnissen führen. Ein Sinnspruch, der sich gerade in der Welt der Musik oft genug als wahr erwiesen hat. Ein Sonny Bono wäre ohne die wunderbare Cher in der Betty Ford Klink gelandet, ohne je die Charts erobert zu haben. Annie Lennox wäre ohne David Stewart nie zum Superstar geworden, die White Stripes leben vom Wechselspiel zwischen Jacks Gitarre und Megs Schlagzeug. Aus dem Spannungsfeld zwischen weiblicher und männlicher Energie entsteht auch der Sound von VENUS ON MARS. Hier trifft eine begnadete Autodidaktin auf einen Mann, der mit allen Wassern des Showbusiness gewaschen ist. Carlotta, die erst mit 18 Jahren ihre Begabung für die Musik entdeckt und Michael, der Komponist mit klassischer Ausbildung. Sie schreibt ihre ersten Songs ohne jegliche theoretische Kenntnisse während eines Praktikums bei Sony Music Japan, verlässt sich ganz auf Intuition und ihre eigene Methode Töne zu ordnen. Carlotta spielt kleinere Club-Gigs in Japan, nach dem Umzug zu Verwandten in den USA tritt sie dort auf kleineren Festivals und in örtlichen Clubs auf.


Zu dieser Zeit kann Michael schon auf 100.000 verkaufte Singles zurückblicken. Zwei Alben mit der Formation „Creme 21“ haben ihm mehrere Chart-Entries beschert, bei Stefan Raab, Harald Schmidt, MTV und VIVA steht er auf der Gästeliste. Er spielt deutschlandweit, vom kleinen Club bis zum Stadion reicht hier seine Palette. Doch Michael ist kein One-Hit-Wonder - mit „Chelsea“, seiner Nachfolgeband, und dem Song „Jennifer Adams“ erobert er erneut die deutschen Charts. So grundverschieden der Background der beiden Musiker sein mag, als ein gemeinsamer Freund die beiden vorstellt, wird schnell klar, dass sich hier zwei Seelenverwandte begegnet sind. In der Zusammenarbeit entstehen Songs von überbordendem Einfallsreichtum. Gedanken und Bilder verwandeln sich in Klangstrukturen, wie ein Pendel schlagen die Gefühle zwischen Euphorie und Verzweiflung hin und her. Darüber liegt Carlottas Stimme, die an die junge Stevie Nicks von Fleetwood Mac erinnert. VENUS ON MARS wird geboren. Michael und Carlotta stürzen sich in die Arbeit, werden bald in dem Gefühl bestärkt auf dem richtigen Weg zu sein: Beim Deutschen Rock & Pop Preis in Hamburg holen sie sich die Siegertrophäe, diverse Singer-Songwriter-Auszeichnungen folgen.


Im Herbst 2008 werden VENUS ON MARS den ersten Meilenstein ihrer Karriere setzen. „Radio For Help“ haben sie den Longplayer getauft, der dann erscheinen wird und bei dessen Entstehung sie nach einem ganz besonderen Konzept verfahren sind. Jeder der 13 Songs wurde für eine real existierende Person aus dem Bekanntenkreis des Duos komponiert und doch findet sich jeder Hörer in den Stücken wieder, kann sie für sich selbst entdecken und interpretieren. Es sind die Titel, die man sich für jede Playlist wünscht. Perfekt arrangiert, in der Tradition legendärer gemischter Pop-Duos, von traumhaften Melodiebögen geprägt. Songs, die schon nach dem ersten Hören haften bleiben und für die man gerne die „Repeat“-Funktion am Player aktiviert. Refrains, die zu geliebten Begleitern für den Tag werden. Hier spürt man, dass Michaels Chartstürmer-Qualitäten dank Carlottas Einflüssen eine neue Dimension erreicht haben. Es gibt also schon ganz bald Hoffnung für die, die nicht mehr an gute Radiosongs glauben wollen und die beim Senderdurchlauf schier verzweifeln wollen, ganz nach dem Albummotto „Radio For Help“. Denn die erste VENUS ON MARS-Single „Dots In A Crowd“ lässt gar nicht mehr so lange auf sich warten. Am 02.05.2008 erscheint das kleine vierminütige Meisterwerk, mit dem das Duo aus einem ungewohnten Blickwinkel auf unsere Welt blickt: „In case you ever wonder what the world is about, take a look from far above - we’re only dots in a crowd.“ Kleine Pünktchen in der Menge, das sind wir alle. Es kommt nur auf die Perspektive des Betrachters an. Und damit wir uns dabei nicht völlig verloren fühlen, haben die Götter wohl die Musik geschaffen. Musik wie die von VENUS ON MARS.